Ja! Mit diesen Kniffen sparen Eheleute und Lebenspartner Steuern… Und: Was ist rechtlich möglich und sinnvoll? – Teil 2

Im ersten Teil des Blogs wurden die steuerlichen Gesichtspunkte einer Hochzeit aufgegriffen und erklärt. Im zweiten Teil werden nun die rechtlichen Aspekte einer Ehe thematisiert. Hierzu habe ich die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Risse & Dr. Strelitz-Risse aus der Frankfurter Straße hinzugezogen,
die in diesem Bereich umfassend berät.

Ehevertrag

Schließen die Ehegatten keinen Ehevertrag (bei Lebenspartnern: Lebenspartnerschaftsvertrag), so leben sie im Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Kommt es zur Scheidung, hat der Ehegatte mit höherem Zugewinn die Hälfte des übersteigenden Betrags an seinen Ex-Ehegatten zu zahlen (sog. Zugewinnausgleich).

Das kann vielen Unternehmern sprichwörtlich das Genick brechen, wenn die Firmenanteile während der Ehe erheblich an Wert gewonnen haben. Gleiches gilt für Freiberufler. Schlimmstenfalls muss der Unternehmer/Freiberufler hohe Kredite aufnehmen oder Teile des Unternehmens veräußern. Ein Ehevertrag – der übrigens auch schon vor der Eheschließung möglich ist – kann dies verhindern.

Tipp: Durch eine sog. Güterstandsschaukel können Ehegatten auch bei intakter Ehe in Höhe des Zugewinns schenkungsteuerfrei Vermögen auf den anderen Ehegatten übertragen.

Gemeinschaftliches Testament

Ein weiterer Vorteil für Ehegatten und Lebenspartner besteht darin, dass sie ein gemeinschaftliches Testament verfassen können, das zwei separate Testamente ersetzt. Wegen der erhöhten Bindungswirkung muss es aber besonders gut durchdacht sein.

Insbesondere bei Unternehmertestamenten gilt es eine ganze Reihe von Besonderheiten zu beachten, beispielsweise die Anordnung einer Testamentsvollstreckung, wenn minderjährige Kinder (Mit-)Erben von Firmenanteilen werden könnten. Sonst droht dem Unternehmen im Todesfall die Handlungsunfähigkeit. Es gilt zudem: Der Gesellschaftsvertrag muss die gewünschte Vererbung zulassen, ansonsten ist er im Rahmen der Nachfolgeplanung anzupassen.

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Irrtümlicherweise wird landläufig davon ausgegangen, dass in Situationen, in denen man selbst nicht mehr in der Lage ist, zu handeln und Entscheidungen zu treffen, automatisch der Ehe-/Lebenspartner oder die Kinder dies stellvertretend tun dürfen.

Dies ist jedoch nicht der Fall: Sie können grundsätzlich nur dann anstelle des Betroffenen handeln, wenn sie aufgrund einer Vorsorgevollmacht durch den Vollmachtgeber im Voraus hierzu bevollmächtigt wurden oder das Betreuungsgericht sie zum Betreuer bestellt hat.

Eine Vorsorgevollmacht vermeidet in der Regel die Bestellung eines Betreuers durch das Gericht und der Bevollmächtigte ist sofort handlungsfähig, wenn es nötig wird. Auch hier gilt für Unternehmer: Der Gesellschaftsvertrag muss eine Vertretung zulassen.

Üblicherweise wird die Vorsorgevollmacht mit einer Patientenverfügung verbunden: Durch eine Patientenverfügung kann im Voraus schriftlich festgelegt werden, welche medizinischen Maßnahmen durchgeführt werden und welche unterbleiben sollen. Liegt keine Patientenverfügung vor, muss der mutmaßliche Wille des Patienten ermittelt werden, was um einiges komplizierter ist und von den Angehörigen zu Recht oft als sehr belastend empfunden wird.

Eines zuletzt: Gemeinschaftliche Testamente, vor allem aber Vollmachten und Patientenverfügungen sollten spätestens nach einigen Jahren auf ihre Aktualität überprüft werden.

Fazit

Die Ehe ist somit steuerlich immer noch interessant. Auch rechtlich bietet sie Vorteile, die weit über die genannten hinausgehen. Eine kurzentschlossene Heirat sollte dennoch gut überlegt sein, denn Scheidungskosten – insbesondere Gerichts- und Anwaltskosten – kann man nicht von der Steuer absetzen. 😉

P.S.: Ein Merkblatt kann unter https://stb-kohlhepp.de/sonstiges/ bzw. www.rsr-rechtsanwaelte.de kostenlos heruntergeladen werden.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche und rechtliche Beratung. Er soll nur regelmäßig problematische Punkte benennen und etwaigen Handlungs-/Beratungsbedarf aufzeigen.

 

[1]   Dieser Blogbeitrag ist in Zusammenarbeit mit der Kanzlei Dr. Risse & Dr. Strelitz-Risse in Fulda entstanden. Die Kanzlei Dr. Risse & Dr. Strelitz-Risse berät schwerpunktmäßig im Erb-, Gesellschafts- und Steuerrecht und umfassend bei der Nachfolgeplanung. Nähere Informationen unter www.rsr-rechtsanwaelte.de.

 

Mit diesen Kniffen sparen Eheleute und Lebenspartner Steuern…
Und: Was ist rechtlich möglich und sinnvoll? – Teil 1

Auch in diesem Sommer hat man die Hupkonzerte nach einer erfolgreichen Vermählung wieder vielerorts gehört. In den Bürgerhäusern wurde ausgiebig der neu geschlossene Bund der Ehe bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Zu Recht!

In den folgenden Wochen beginnt dann meist für die Ehefrau oder einen Lebenspartner der Gang zu den unterschiedlichen Behörden und viele beklagen sich über den Aufwand.

Wenn dann soweit alles erledigt ist, stellt sich bei dem ein oder anderen die Frage nach der Steuer! Auch eine unserer Mitarbeiterinnen hat geheiratet. Auch bei uns in der Kanzlei war das Thema allgegenwärtig, denn schließlich mussten folgende Themen hinterfragt und geklärt werden:

Ehegattensplitting

Verheiratete können zwischen der Zusammenveranlagung und der getrennten individuellen Besteuerung wählen. Eine Zusammenveranlagung lohnt sich dabei insbesondere, wenn beide Partner unterschiedliche Einkommen haben (sog. Millionärsgattinnen-Effekt). Bei der Ermittlung der Einkommensteuer werden zunächst die beiden zu versteuernden Einkommen zusammengerechnet, auf die Hälfte des Betrages wird der Steuertarif angewendet und das daraus resultierende Ergebnis wird wieder verdoppelt und stellt dann die zu zahlende Einkommensteuer der frisch vermählten Ehegatten dar.

Vor der Abgabe der Steuererklärung sollte auf jeden Fall eine Gegenüberstellung der Zusammenveranlagung und der Einzelveranlagung erfolgen. Denn in bestimmten Fällen lohnt sich bei Eheleuten auch eine getrennte Veranlagung. Ist die Wahl auf eine getrennte Veranlagung gefallen, ist dies nicht in Stein gemeißelt, denn die Wahl zwischen Zusammenveranlagung und Einzelveranlagung kann jedes Jahr neu getroffen werden. Und selbst kurz Entschlossene, die vor dem Jahreswechsel heiraten, können zwischen diesen beiden Optionen für das gesamte fast abgelaufene Jahr wählen.

Lohnsteuerklassen

Gerade in der Vergangenheit war es immer so, dass nach der Eheschließung die Steuerklassen gewechselt wurden. Der Ehemann wählte üblicherweise Steuerklasse drei und die Ehefrau Steuerklasse fünf. Was vielen aber nicht bewusst ist: Am Jahresende muss auf jeden Fall eine Steuererklärung abgegeben werden!

Im Vorfeld eines möglichen Steuerklassenwechsels sollte daher ebenfalls eine Gegenüberstellung der Klassen erfolgen. Denn mit der Wahl auf 3/5 werden meist vierteljährliche Vorauszahlungen von Seiten des Finanzamtes festgesetzt. Im Rahmen der Bearbeitung der Einkommensteuererklärung prüft dann das Finanzamt, ob die bereits gezahlten Steuern die Jahressteuerschuld decken. Ist dies nicht der Fall, führt dies ggf. zu hohen Nachzahlungen. Und das ist dann meist bitter!

Schenkungsteuer

Macht der Ehemann nach der Hochzeit seiner Frau ein Geschenk, so bleibt dieses bis zu einem Betrag von 500.000 € steuerfrei.

Preview

Neben den steuerlichen Themen stellen sich auch rechtliche Fragen. Dies sind vor allem: Ist ein Ehevertrag sinnvoll? Sollten wir über ein gemeinschaftliches Testament nachdenken? Was ist, wenn mir etwas zustößt, Stichwort: Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Diese Themen werden im zweiten Teil dieses Blogs thematisiert werden.

Weitere Infos bei Kohlhepp & Wald PartG mbB, www.stb-kohlhepp.de

Foto: Marvin Siefke / pixelio.de

Der Hintergrund

Wer Lebensmittel oder zubereitete Speisen verkauft, entnimmt gelegentlich auch Produkte für den eigenen Bedarf. Diese Entnahme muss versteuert werden.

Jedes Jahr ermittelt das Statistische Bundesamt auf der Grundlage der ermittelten Aufwendungen privater Haushalte für Nahrungsmittel und Getränke die Pauschbeträge für unentgeltliche Wertabgaben. Diese beruhen auf Erfahrungswerten.

Der Unternehmer hat somit die Möglichkeit, die Warenentnahmen monatlich pauschal zu verbuchen und muss nicht Einzelaufzeichnungen führen.

Die pauschalen Werte berücksichtigen im jeweiligen Gewerbezweig die allgemein üblichen Produkte. Bei gemischten Betrieben, wie z. b. Fleischerei/Metzgerei oder Bäckerei mit Lebensmittelangebot oder Gaststätten, ist nur der jeweils höhere Pauschbetrag der entsprechenden Gewerbeklasse anzusetzen.

Weitere Infos unter:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Betriebspruefung/Richtsatzsammlung/2018-12-12-pauschbetraege-2019.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Sprechen Sie uns an. Wie helfen Ihnen gerne weiter.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche und rechtliche Beratung. Er soll nur regelmäßig problematische Punkte benennen und etwaigen Handlungs-/Beratungsbedarf aufzeigen.

Der Sommer ist auch bei uns in Osthessen schon lange angekommen. Tropische Temperaturen, bloß das Meer fehlt… Zur Not hilft auch ein Sprung ins kalte Nass der zahlreichen heimischen Schwimmbäder. Doch eine Fahrt in den Süden hat seinen eigenen Charme… Eine kühle Brise am Strand ist schon verlockender. Also Zeit für die Sommerpause! Aber auch für Selbständige oder Unternehmer???? Die meisten der Genannten können keinen Urlaub machen und nehmen daher die Arbeit mit in die Ferien.

Aber es gibt Grund zur Hoffnung! Wenn es der Unternehmer geschickt anstellt und z.B. Arbeit und Freizeit verbindet und sich am Urlaubsort mit Geschäftspartnern trifft, kann er einige Aufwendungen steuerlich geltend machen. Denn werden Geschäfts- und Urlaubsreisen miteinander verbunden, handelt es sich um gemischte Reisekosten. Hierbei kommt es auf den privaten und geschäftlichen Anteil an. Der geschäftliche Anteil muss dabei bei mindestens 10 Prozent liegen.

Fahrtkosten

Macht der Unternehmer während des Urlaubs einen kurzen Abstecher zu einem Geschäftspartner, kann er die Aufwendungen für z. B. Zugfahrt oder Busfahrt steuerlich geltend machen.

Die meisten Unternehmer besitzen hierzulande einen Firmenwagen. Der private Nutzungsanteil wird meist über die 1% Regelung oder alternativ mit dem Führen eines  Fahrtenbuchs ermittelt. Wird das Fahrzeug nun auch für den „beruflichen Abstecher“ genutzt, sind diese Aufwendungen steuerlich absetzbar.

Kleiner Tipp am Rande: Heben Sie als Unternehmer auch die Tankbelege aus dem Ausland auf. Auch diese können Sie steuerlich zum Abzug bringen!

Verpflegung

Bei der Geschäftsreise kann der Unternehmer einen Verpflegungsmehraufwand steuerlich geltend machen. Dies bedeutet, dass Aufwendungen für Essen, Kaffee, etc. pauschal angesetzt werden und sich steuerlich mindernd auswirken. Die Pauschalen sind jedoch abhängig von der Reisezeit und dem Reiseziel. Macht der Unternehmer Urlaub in Deutschland, so kann er erst ab der achten Stunde Verpflegungsmehraufwendungen geltend machen. Für das Ausland unterscheiden sich die Pauschalen und hängen vom Urlaubsland ab.

 

Kinderbetreuungskosten

Für viele Unternehmer ist die Ferienzeit die anstrengendste Zeit im Jahr. Sechs Wochen Ferien und wohin mit dem Kind oder den Kindern? Die Firma kann ja schließlich nicht sechs Wochen „Sommerpause“ machen.

Die Betreuungskosten der eigenen Kinder bis 14 Jahre kann der Unternehmer und auch der Angestellte zu zwei Drittel als Sonderausgaben geltend machen. Dabei dürfen die Aufwendungen 4.000 Euro pro Kind und Jahr nicht übersteigen. Weitere Voraussetzung ist, dass der Nachwuchs im eigenen Haushalt lebt und für dieses Kindergeld bezogen wird.

Reiseutensilien

Ebenso sind die Aufwendungen für Koffer, Taschen und anderen Reiseutensilien steuerlich absetzbar. Worst Case: Der Koffer geht auf der Geschäftsreise kaputt oder verloren und muss ersetzt werden. Der Neukauf des Koffers kann dann steuerlich als Betriebsausgabe abgesetzt werden, da dieser Aufwand notwendig ist, um Einnahmen zu generieren.

Telefonkosten

Viele sind auch im Urlaub zur Tag- und Nachtzeit erreichbar. In Europa gelten seit 2017 die gleichen Preise fürs Telefonieren, Surfen und Simsen wie in Deutschland.

Außerhalb der EU gelten diese Roaming Tarife jedoch nicht. Entstehen dem Unternehmer im fernen Urlaubsland Aufwendungen für das Telefonieren, so können diese ebenfalls steuerlich geltend gemacht werden.

Kleiner Tipp am Rande: Wenn Sie beabsichtigen eine „Geschäftsreise“ außerhalb von Europa anzutreten, fragen Sie Ihren Netzanbieter nach den Tarifen am Urlaubsort.

 

Mit dem Sprung ins kalte Nass lassen sich ohne schlechtes Gewissen Steuern sparen. Aber unabhängig von Steuersparpotentialen sollten sich auch Unternehmer jährlich 14 Tage Urlaub gönnen und nicht ständig an die Arbeit denken. In diesem Sinne nehme ich mir das auch zu Herzen und verabschiede mich in den (wohlverdienten J) Sommerurlaub.

Steuerblog auf Osthessen-Zeitung

„In rund einem Monat ist es soweit. Großbritannien scheidet aus der EU aus. Ob der Ausstieg weich oder hart wird, ist bislang immer noch nicht entschieden. Viele Politiker und Unternehmer gehen aktuell von einem harten Brexit aus. Doch was bedeutet das eigentlich aus steuerrechtlicher Sicht und betrifft der Brexit auch Unternehmen aus Hessen? In diesem Blogbeitrag möchte ich die umsatzsteuerlichen Probleme des Brexits näher erläutern.

Was bisher geschah…

Mit einem nationalen Referendum haben sich die Einwohner Großbritanniens am 23. Juni 2016 dazu entschlossen, die EU zu verlassen. Am 29. März 2017 wurde dann der Europäische Rat über das Austrittsvorhaben der Britten in Kenntnis gesetzt. Danach gilt eine Frist für das Ausscheiden von zwei Jahren, bis das Land Großbritannien zwangsweise aus der EU ausscheidet. Das Austrittsdatum wäre somit der 30. März 2019. Im März des vergangenen Jahres haben sich die EU und Großbritannien darauf geeinigt, dass es nach dem Austritt aus der EU ein Übergangsabkommen geben soll. Hintergrund war garantierte Zugang Großbritanniens zum Binnenmarkt und der Zollunion bis Ende 2020. Eigens hierfür wurde ein Austrittsabkommen verhandelt, ohne welches man nicht zu dem Zugeständnis von Übergangsregelungen bereit ist. Bis heute wurde das Austrittsabkommen von Seiten Großbritanniens nicht akzeptiert und es kreist somit weiterhin das Gespenst des harten Brexits durch unsere Medienlandschaft.

Der „harte Brexit“ und der mögliche Wegfall der innergemeinschaftlichen Lieferung

Innerhalb der europäischen Union können Unternehmer Waren von einem europäischen  Staat in den anderen als innergemeinschaftliche Lieferung behandeln. Dies garantierte bislang die europarechtliche Warenverkehrsfreiheit. Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU werden die bislang steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferungen zu Ausfuhrlieferungen. Auch diese Lieferungen sind dann als steuerfrei zu behandeln, doch sind bei den Ausfuhren die Nachweisanforderungen ein wenig strenger. So muss meist der Ausgangsvermerk im elektronischen Ausfuhrverfahren Atlas eingeholt und aufbewahrt werden. Auf britischer Seite ist es dann möglich, dass eine Einfuhrumsatzsteuer erhoben wird.

Gleiches gilt für Deutschland. Wenn der Unternehmer Waren aus dem Nicht EU Mitgliedsstaat Großbritannien bezieht, muss der Unternehmer eine Einfuhr anmelden.

Dienstleistungen an Unternehmer und Privatpersonen

Bei Dienstleistungen zwischen Unternehmern mit Sitz in Deutschland und Großbritannien kann die Prüfung der Unternehmereigenschaft des britischen Unternehmers nicht mehr wie bisher mit der qualifizierten Abfrage der Umsatzsteueridentifikationsnummer erfolgen. Hier ist aktuell fraglich, wie der Unternehmernachweis erbracht werden kann. Aller Voraussicht nach wird es darauf hinauslaufen, dass die jeweilige englische Finanzbehörde den jeweiligen Unternehmerstatus bestätigt.

Werden Dienstleistungen an Nicht-Unternehmer in Großbritannien ausgeführt, so führt es dazu, dass der Ort der sonstigen Leistung sich zum Ort des Leistungsempfängers nach Großbritannien verlagern würde. Dabei würde das Brexitland als Drittlandgebiet angesehen werden. Folgende Leistungen würden darunter fallen:

  • Dienstleistungen im PR- und Werbebereich
  • Dienstleistungen von Ingenieuren, Aufsichtsratsmitgliedern, Dolmetschern und Übersetzer, Rechtsanwälte sowie ähnliche Leistungen anderer Unternehmer, insbesondere die rechtliche, wirtschaftliche und technische Beratung
  • Die Vermietung von beweglicher körperlicher Gegenstände, ausgenommen Beförderungsmittel
  • Leistungen der Datenverarbeitung
  • Die Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Patenten, Urheberrechten, Markenrechten und ähnlichen Rechten

Sollte es wirklich zu einem Austritt Großbritanniens kommen sollte dann auch geprüft werden, ob deutsche Unternehmer sich im Brexitland steuerlich registrieren müssen und darüber hinaus gegebenenfalls Steuererklärungspflichten bestehen.

Versandhandel – Wichtig für Onlinehändler

Nach den Regelungen des Paragrafen 3c Umsatzsteuergesetz verlagert sich der Ort der Lieferungen an Privatpersonen an den Ort des Empfängers. Die Versandhandelsregelung ist innerhalb der EU in jedem Mitgliedsstaat gleich, auch wenn die einzelnen Mitgliedsstaaten unterschiedliche Lieferschwellen haben. Nach dem Brexit fällt die Versandhandelsregelung für das Austrittsland weg. Die Lieferungen an Privatpersonen werden sodann als Ausfuhren behandelt.

Vorsteuervergütungsverfahren

Ausländische Unternehmer wird es durch das Vorsteuervergütungsverfahren gestattet, sich von einem deutschen Unternehmer in Rechnung gestellte Vorsteuer erstatten zu lassen. Dies gilt auch dann, wenn der Ausländer nicht für Zwecke der Umsatzsteuer registriert ist. Das Vergütungsverfahren gilt auch für Drittstaaten.

Die Vorbereitung auf den Brexit

Bis zum Brexit sind es noch knapp vier Wochen. Der Brexit muss dann auch in der Buchführung der deutschen Unternehmen berücksichtigt werden. Hier ist ratsam, dass die Rechnungsstellung und die elektronischen Buchführung (Anpassung der Steuerschlüssel) auf Brexittauglichkeit überprüft werden.

Kommt eine Einbindung Großbritanniens in eine Zollunion nicht in Betracht, würde aller Voraussicht nach wieder ein Zoll erhoben werden. Dies müsste bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden. Ebenso wäre es eventuell ratsam bestehende Lieferketten zu überdenken.

Die britische Regierung hat im August 2018 eine Guidance veröffentlicht. Bei einem „No-Deal“- Szenario wird Großbritannien nach Ansicht der britischen Regierung als Drittstaat zu behandeln sein. Nachlesen können Sie die Guidance unter: www.gov.uk/government/publications/vat-for-businesses-if-theres-no-brexit-deal/vat-for-businesses-if-theres-no-brexit-deal

Es bleibt weiter spannend. Auch wenn wir das Thema bald nicht mehr hören können, betrifft es den ein oder anderen dennoch. Es hilft also nichts. Diejenigen die betroffen sind, müssen sich mit den Folgen des Brexits auseinandersetzen. Egal wie es ausgeht, einfacher wird es nicht.“

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche und rechtliche Beratung. Er soll nur regelmäßig problematische Punkte benennen und etwaigen Handlungs-/Beratungsbedarf aufzeigen.



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Wie Sie mit der Nettolohnoptimierung nicht in die Steuerfalle tappen!

Viele Arbeitnehmer kennen es. Die Kosten für die Lebenshaltung steigen immer rasanter und am Monatsende traut man sich gar nicht mehr an den Bankschalter. Und jährlich nach einer Gehaltserhöhung zu fragen kommt Betteln nahe. Der Chef findet es darüber hinaus auch nicht schön. Und wenn man wirklich eine Gehaltserhöhung durchgerungen hat, bleibt vom höheren Brutto meist nichts mehr Netto übrig. Wenn es Ihnen so geht, dann sollten Sie weiterlesen!

Sind Sie Unternehmer? Dann ebenfalls, denn Sie wollen motivierte Mitarbeiter gewinnen und auch binden

Lohnoptimierung für Arbeitgeber und Angestellte

 Wie fast überall gibt es auch bei der Lohnoptimierung gewisse Spielregeln bzw. Grundregeln, die beachtet werden müssen! Denn als Faustformel gilt: Alles was dem Arbeitnehmer an Lohn zufließt unterliegt der Lohnsteuer und ist zudem sozialabgabenpflichtig.

Bestimmte Zuwendungen des Arbeitgebers können steuerfrei sein und darüber hinaus kann das Unternehmen zusätzlich zum vereinbarten Arbeitslohn pauschal versteuerte Zuschüsse anbieten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Lohnoptimierungen. Diese alle hier zu erklären, würde den Rahmen sprengen. Daher habe ich mich auf ein paar bekannte und evtl. unbekannte Optimierungsmöglichkeiten beschränkt.

Tankgutschein

Eine sicherlich bekannte Option ist der Tankgutschein. Unternehmen können dabei Ihren Mitarbeitern etwas Gutes tun, indem sie Ihre Mitarbeiter auf Firmenkosten tanken lassen. Wichtig dabei ist, dass die Freigrenze von 44 € nicht überschritten wird.

Essensmarke

Bei der Essensmarke können die Aufwendungen für die Verpflegung des Arbeitnehmers vom Arbeitgeber sozialversicherungsfrei und pauschalbesteuert übernommen werden. Der monatliche Wert in Höhe von 6,33 € richtet sich nach dem aktuellen Sachbezugswert. Dieser liegt aktuell bei

3,23 € und kann durch den Arbeitgeber um 3,10 € pro Arbeitstag aufgestockt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass sich der Unternehmer bei Anbietern wie Lunchio oder Sodexo registriert. Die Essensmarken werden je nach Anbieter dem Angestellten zugesendet mit denen er/sie dann bei den entsprechenden Akzeptanzpartnern einkaufen kann.

Erholungsbeihilfe

Eine weitere Möglichkeit für die Bindung von Angestellten ist die Erholungsbeihilfe. Dabei kann der Unternehmer dem Mitarbeiter zusätzlich zum ggf. vereinbarten Urlaubsgeld noch eine Beihilfe von 156 € zahlen. Ist der Arbeitnehmer verheiratet bekommt er neben den 156 € für sich ebenfalls noch 104 € für den Partner. Sofern Kinder existieren werden pro Kind 52 € abgerechnet. Die Versteuerung erfolgt durch den Arbeitgeber pauschal.

Handykostenzuschuss

Der Handykostenzuschuss ist gerade bei jungen Leuten sehr beliebt. Dabei übernimmt der Arbeitgeber die Kosten für die Handyrechnung. Und dies beitrags- und steuerfrei, dank § 3 Nr. 45 des Einkommensteuergesetzes. Ein Firmenhandy oder die ständige Erreichbarkeit ist dabei keine Voraussetzung. Einziger kleiner Wehrmutstropfen: Die Handyfinanzierung gehört nicht dazu. Aber kein Problem, auch hier kann Ihnen der Arbeitgeber durch eine entsprechende Optimierung behilflich sein.

Kinderbetreuungskosten

Die Kostenübernahme für Kinderbetreuungskosten stellt ein besonders attraktives Mittel zur Lohnoptimierung dar. Dabei übernimmt der Arbeitgeber die Betreuungskosten für Ihre Kinder. Einzige Voraussetzung ist dabei, dass das Kind noch nicht schulpflichtig ist und tatsächlich betreut wird. Dafür muss dem Arbeitgeber ein Nachweis der Betreuungseinrichtung vorgelegt werden.

Vermietung von Werbeflächen

Die letzte Lohnoptimierungsmöglichkeit die ich Ihnen vorstellen möchte ist die Vermietung von Werbeflächen. Hierbei vermieten Sie als Arbeitnehmer eine Fläche auf Ihrem privaten Pkw an den Arbeitgeber. Dafür kann Ihnen der Unternehmer eine beitrags- und steuerfreie Miete in Höhe von max. 256 € pro Jahr zahlen. Voraussetzung hierfür ist ein Mietvertrag mit festgelegter Laufzeit.

Sie sehen also, dass Sie Ihren Chef nicht einfach nach einer puren Gehaltserhöhung in Form von Geld bitten müssen. Vielmehr sollten Sie ihren Arbeitgeber nach der Möglichkeit einer Lohnoptimierung ansprechen. In der heutigen Zeit wirklich mehr Netto vom Brutto zu erhalten bedeutet meist eine signifikante Lohnerhöhung, z. B. in der Lohnsteuerklasse 1 wäre dies bei 100 € Nettolohn rund 230 € Aufwand für den Arbeitgeber. Und 100 € sind heutzutage schnell ausgegeben.

Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne weiter…

Deutsche Unternehmer als Steuereintreiber für Google, Facebook etc.!

Für deutsche Unternehmen könnten saftige Steuernachzahlungen zukommen, denn findige bayrische Finanzbeamte wollten im Rahmen einer Betriebsprüfung ein Unternehmen zur Zahlung von 15% Quellensteuer für die Schaltung von Online Werbung verpflichten.


Der Hintergrund

Die geleisteten Zahlungen an die ausländischen Unternehmen wie Google oder Facebook werden wie eine Lizenzzahlungen behandelt. Diese unterliegen nach dem deutschen Einkommensteuergesetz einem 15-prozentigen Quellensteuerabzug. Die gezahlte Quellensteuer müssten sich dann die deutschen Unternehmer von den IT Giganten z. B. Google oder Facebook als die eigentlichen Steuerpflichtigen erstatten lassen. Der Umweg über die deutschen Werbekunden ist notwendig, weil der deutsche Fiskus kein Zugriffsrecht auf die im Ausland sitzenden Plattformbetreiber hat, berichtete die „Wirtschaftswoche“.

Erste Fälle in Bayern

Ob diese Prüfungsfeststellung der bayrischen Finanzbeamten auch bundesweit Anklang findet, ist aktuell noch nicht entschieden. Hier soll zeitnah eine Entscheidung fallen. Die bayrischen Finanzämter sind vom bayerischen Finanzministerium angewiesen worden, die betroffenen Fälle bis zur endgültigen Festlegung einer bundeseinheitlichen Verwaltungsauffassung offen zu halten.“ Das hilft den betroffenen Unternehmern nur wenig, denn zahlen müssen Sie die Quellensteuer.

Reverse Charge Verfahren in der Umsatzsteuer

Die Idee des Quellensteuerabzugs und somit die Abwälzung der Steuerpflicht auf den inländischen Unternehmer ist nicht neu. In der Umsatzsteuer wird diese Art der Steuereintreibung schon lange praktiziert. Mit dem Reverse Charge Verfahren wird zunächst netto abgerechnet und der deutsche Leistungsempfänger zahlt dann die Umsatzsteuer für den ausländischen Unternehmer. Gleichzeitig kann er die gezahlte Steuer als Vorsteuer geltend machen.

Geplante Digitalsteuer der Bundesregierung

Bereits seit geraumer Zeit plant die Bundesregierung die Einführung einer 15-prozentigen Digitalsteuer auf Onlinewerbung bei ausländischen IT Unternehmen wie Google, Facebook oder Instagram. Bisher scheiterte jeder Antrag.

Ebenso liegt seit rund zehn Monaten der Vorschlag einer EU-weiten Digitalsteuer auf dem Tisch. Bisher scheiterte es aber immer am Veto der EU-Mitgliedsstaaten. Frankreich, Spanien und das Brexit-Land Großbritannien wollen nun die Einführung einer Digitalsteuer im Alleingang einführen.

Das Fazit

Es ist immer wieder erstaunlich, auf welche Ideen Betriebsprüfer und Finanzämter kommen um Steuereinnahmen zu generieren. Unternehmer mit hohen Budgets für Onlinemarketing sollten sich darauf gefasst machen, dass sich der Alleingang der bayerischen Finanzbehörden auf das ganze Bundesgebiet ausdehnen könnte.

Bei weiteren Fragen können Sie sich jederzeit bei uns melden. Wir unterstützen Sie gerne dabei, Ihre Steuerpflichten zu erfüllen.

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Steuerblog auf Osthessen-Zeitung

„Der Jahreswechsel ist mittlerweile schon eine Zeit lang her. Vielerorts erinnert nichts mehr an die Weihnachtszeit, außer vielleicht der Schnee in manchen Gebieten von Deutschland. Doch hat sich aufgrund des neuen Jahres etwas verändert bzw. was steht im neuen Jahr an? Damit Sie in Ihr Steuerjahr 2019 richtig gut starten, zeige ich Ihnen in diesem Blog ein paar Neuerungen auf.

 

Grundfreibetrag

Wie in den letzten Jahren üblich steigt auch im Jahr 2019 der Grundfreibetrag. Diesmal um 168 Euro auf 9168 Euro. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Existenzminium. Bis zu dieser Grenze bleibt das Einkommen steuerfrei.

Kindergeld und Kinderfreibeträge

Als Elternteil freut man sich immer, wenn den Kindern etwas Gutes getan wird. So sieht es auch der Bund und erhöht das Kindergeld ab Juli 2019 um satte zehn Euro von derzeit 194 Euro auf 204 Euro. Weiterhin können sich die Familien über eine Erhöhung der Kinderfreibeträge freuen. Hiervon profitieren alle, die anstatt des Kindergeldes den Kinderfreibetrag in Anspruch nehmen.

Baukindergeld – zeitig beantragen

Mit dem sogenannten Baukindergeld fördert der Bund den Ersterwerb von selbstgenutzten Wohnimmobilien, sowohl den Neubau als auch den Bestand. Gefördert wird vom Bund mit Hilfe der KfW Bank der erstmalige Neubau oder der Erwerb von Wohneigentum zur Selbstnutzung für Familien mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 18 Jahren. Das Baukindergeld wird bis zu einer Einkommensgrenze in Höhe von 75.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen pro Jahr und zusätzlich 15.000 Euro pro Kind gewährt. Das Einkommen wird anhand des Durchschnittseinkommens des zweiten und dritten Jahres vor Antragseingang ermittelt. Der Zuschuss in Höhe von 1200 Euro je Kind und Jahr wird über zehn Jahre ausgezahlt. Ein Beispiel finden Sie unter https://stb-kohlhepp.de/JR2018.pdf.

Anstieg des Mindestlohns

Der Mindestlohn steigt im Jahr 2019 von 8,84 Euro auf 9,19 Euro an. Bitte beachten Sie als Arbeitgeber die Aufzeichnungspflichten. In  bestimmten  Branchen  sind  Arbeitgeber verpflichtet,  Beginn, Ende und Dauer  der  täglichen  Arbeitszeit  von  bestimmten  Arbeitnehmern aufzuzeichnen  und  diese  Aufzeichnungen  mindestens  zwei  Jahre  aufzubewahren. Erleichterte  Aufzeichnungspflichten  gelten  für  Arbeitnehmer  mit  ausschließlich  mobilen  Tätigkeiten, die  keinen  Vorgaben  zu Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit unterliegen und die sich ihre tägliche Arbeitszeit eigenverantwortlich einteilen – wie zum Beispiel Zeitungszusteller und Kurierdienst. 
Obacht: Der Zoll kontrolliert, ob die Arbeitgeber den Mindestlohn einhalten.

Verfahrensdokumentation

Seit der Einführung der GoBD (Grundsätze ordnungsgemäßer Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen) wurden zuletzt immer häufiger in Betriebsprüfungen nach Verfahrensdokumentationen gefragt. Diese besteht in der Regel aus einer allgemeinen Beschreibung, einer Anwenderdokumentation, einer technischen Systemdokumentation und einer Betriebsdokumentation. Es muss ersichtlich sein, wie die elektronischen Belege empfangen, erfasst, verarbeitet, ausgegeben und aufbewahrt werden.
Obacht: Fehlt eine Verfahrensdokumentation oder ist diese ungenügend oder fehlerhaft, kann dies zum Verwerfen der Buchführung und entsprechenden Schätzungen führen. Weitere Informationen finden Sie unter https://stb-kohlhepp.de/gobd/.

Regelmäßige Sozialversicherungspflicht bei GmbH Geschäftsführern

Im letzten Jahr hat das Bundessozialgericht in zwei Entscheidungen seine bisherige Festlegung zur Sozialversicherungspflicht von GmbH-Geschäftsführern bekräftigt. Nach diesen Urteilen sind GmbH- Geschäftsführer regelmäßig als Beschäftigte der GmbH anzusehen, die der Sozialversicherungspflicht unterliegen. Sofern der GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer mehr als 50 Prozent der Anteile an seiner GmbH besitzt, wird er als nicht abhängig beschäftigt angesehen und unterliegt somit nicht der Sozialversicherungspflicht. Weitere Informationen zur Sozialversicherungspflicht finden Sie unter https://stb-kohlhepp.de/JR2018.pdf oder sprechen Sie uns an.“

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche und rechtliche Beratung. Er soll nur regelmäßig problematische Punkte benennen und etwaigen Handlungs-/Beratungsbedarf aufzeigen.



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Das BMF hat mit Schreiben vom 17.12.2018 (BMF, Schreiben v. 17.12.2018 – III C 5 – S 7420/14/10005-06) die Bescheinigung über die Erfassung als Steuerpflichtiger (Unternehmer) veröffentlicht. Mit dieser Bescheinigung weist der Unternehmer (Online Händler) dem Marktplatzbetreiber z.B. Amazon nach, dass er steuerlich registriert ist.

Die Bescheinigung wird für maximal 3 Jahre ausgestellt.

Hintergrund der Bescheinigung ist das Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom 11.12.2018. Die Änderungen treten zum 01.01.2019 in Kraft.

Das für den Unternehmer zuständige Finanzamt erteilt auf Antrag die Bescheinigung über die Erfassung als Unternehmer. Für die Antragsstellung kann der Vordruck USt 1 TJ verwendet werden.

 

Der Antrag ist schriftlich per Post oder per Email an das zuständige Finanzamt zu senden.

 

Die Bescheinigung wird von Seiten des Finanzamtes in Papierform ausgestellt.

Das Schreiben sowie die Vordrucke stehen unter folgender Adresse zum Download bereit:

https://www.bundesfinanzministerium.de/downloads

Steuerblog auf Osthessen-Zeitung

In Kürze beginnt für manche die schönste Zeit im Jahr: Die Weihnachtszeit. Auch für Unternehmen. Viele richten als Dankeschön an die Arbeitnehmer Weihnachtsfeiern aus und überreichen vielleicht sogar ein kleines Dankeschön-Geschenk. Doch was davon kann ein Unternehmer steuerlich absetzen? Hier ist zunächst zu klären, welche Zuwendungen steuerfrei sind.

Welche Zuwendungen steuerfrei sind…
Jeder Unternehmer darf seinem Arbeitnehmer steuerfreie Zuwendungen von insgesamt 110 Euro je Feier zuwenden. Erhält der Angestellte mehr, wird der die 110 Euro übersteigende Teil als geldwerter Vorteil erfasst und muss versteuert werden. Der zu versteuernde Teil kann vom Arbeitgeber pauschal mit 25 Prozent abgegolten werden. Entscheidet sich der Unternehmer gegen die Pauschalbesteuerung, wird der zu versteuernde Betrag der Lohnsteuer unterworfen.

Wie die Zuwendung an den Arbeitnehmer berechnet wird…
Wie bereits oben kurz erläutert, darf der Betrag von 110 Euro je teilnehmenden Arbeitnehmer nicht überschritten werden. Die Finanzverwaltung versteht unter „teilnehmenden Arbeitnehmer“ nur diejenigen, die auch tatsächlich anwesend waren. Doch ist es vielerorts üblich, dass auch die ehemaligen Arbeitnehmer (ehemalige Arbeitnehmer, Praktikanten, etc.) zu der weihnachtlichen Betriebsfeier eingeladen werden. Hier hat die Finanzverwaltung klar gestellt, dass die „Ehemaligen“ auch als Arbeitnehmer gelten. Die anfallenden Kosten der Weihnachtsfeier werden sodann durch die anwesenden Arbeitnehmer geteilt. Die Gesamtkosten dividiert durch die Arbeitnehmer dürfen dann die 110 Euro nicht übersteigen.

Gut zu wissen…
Lädt der Arbeitgeber neben dem Arbeitnehmer auch die Ehefrau zur betrieblichen Weihnachtsfeier ein, verdoppelt sich der Höchstbetrag von 110 € nicht. Bedeutet: Überschreiten die Aufwendungen, die insgesamt auf den Arbeitnehmer und seine Ehefrau entfallen, die 110 Euro, muss der übersteigende Betrag als Arbeitslohn versteuert werden.

Das Dankeschön-Geschenk als Betriebsausgabe
Überreicht der Unternehmer auf der Weihnachtsfeier seinem Angestellten ein kleines Geschenk, so kann dieses in den Freibetrag von 110 Euro einbezogen werden. Gerade bei kleinen Geschenken ist die Verwaltung großzügig.

Umsatzsteuer
Von den Aufwendungen für Betriebsveranstaltungen kann die Vorsteuer abgezogen werden, wenn der Betrag einschließlich Mehrwertsteuer den Wert von 110 Euro je Arbeitnehmer nicht übersteigt. Weiterhin muss der Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt sein und eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegen. Werden die 110 Euro Freibetrag überschritten, geht das Finanzamt von einer durch den Arbeitgeber beabsichtigten unentgeltlichen Zuwendung an den Arbeitnehmer aus. Mithin ist ein Vorsteuerabzug aus den Rechnungen für die Speisen, Getränke, etc. nicht möglich, sofern die Verwendung der bezogenen Leistungen für die Weihnachtsfeier bereits beim Einkauf der Waren beabsichtigt war.

Das weihnachtliche Fazit…

Danke sagen lohnt sich also… Wir wünschen allen Lesern eine besinnliche Weihnachtszeit.“

Praktische Beispiele finden Sie hier.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche und rechtliche Beratung. Er soll nur regelmäßig problematische Punkte benennen und etwaigen Handlungs-/Beratungsbedarf aufzeigen.



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